Statement des Sprechers der Donau-Naab-Regen-Allianz Dr. Josef Paukner am 21.04.2026
Wir schreiben das Jahr 2026. Es ist nun klar und amtlich: Die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie werden auch in der zweiten Verlängerung nicht erreicht.
Ich erinnere mich an den hochgeschätzten früheren Leiter des Sachgebiets Wasserwirtschaft bei der Regierung der Oberpfalz, Günther Schobert, der hier in diesem Saal bei den ersten Wasserforen vom „großartigen Produkt Wasserrahmenrichtlinie“ sprach.
Wir haben damals als Donau-Naab-Regen-Allianz eine ausführliche Stellungnahme verfasst. Ein ebenso hochgeschätzter Mitarbeiter des Sachgebiets Wasserwirtschaft hat sich damals mit allem Nachdruck gegen unsere kritischen Bedenken verwahrt. Er hat vertreten, dass die Ziele der
Wasserrahmenrichtlinie zweifellos erreicht werden können. Alles, was es dazu an Mitteln brauche, sei vorhanden. Ich habe daraufhin eine Woche lang „Frust geschoben“ und heute wären wir froh, wenn wir damals mit unserer Kritik nicht recht behalten hätten.
Warum haben wir es nicht geschafft? Man hat sich damals alles einfacher vorgestellt. Es gab eine allzu optimistische (man kann vielleicht auch sagen: geschönte) Einschätzung der Situation unserer Gewässer.
Wir haben zu wenige Werkzeuge, zu wenig Ressourcen. Immer wieder erschienen andere Belange wichtiger.
Wir haben die Umsetzungskonzepte und sie müssen nun umgesetzt werden. Das Vorhandensein eines Umsetzungskonzepts ändert in der Realität noch nichts.
Wir gehen in die „Vollplanung“. Wir kritisieren, dass die Umsetzungskonzepte in vielem noch zu zaghaft und zu zögerlich sind. Sie werden nicht ausreichen. Das Monitoring muss zeigen, ob die Maßnahmen ausreichen, und wenn das nicht der Fall ist, muss die „Vollplanung“ nachgeschärft werden.
Was nicht geschehen darf, ist, dass wir uns herausmogeln, Bewertungskriterien verändern oder Probleme wegdefinieren.
Wir wissen, dass die Hydromorphologie gar nicht unser größtes Problem ist. Wir brauchen Fortschritte bei den so genannten diffusen Einträgen.
Wir sehen, dass sich hier manches zum Guten bewegt. Das Problem der Bodenabschwemmung ist gerade auch durch zunehmende Sturzfluten mehr als früher als Problem erkannt.
„Landschaftswasserhaushalt“ ist das Stichwort für eine umfassende Bewahrung und Stärkung des Naturhaushalts, auch mit Blick auf Grundwasser, Trinkwasser, Wasserknappheit und Hochwasser.
Damit muss die Herstellung des guten ökologischen Zustands der Gewässer verbunden werden.
Um schädliche Einträge aus den Flächen zu mindern, brauchen wir die Förderprogramme. Wir brauchen aber auch das Ordnungsrecht. Man muss sich trauen, Recht und Gesetz im Bodenschutz zur Geltung zu bringen.
Wir werden die wasserwirtschaftlichen Probleme nicht mit den Mitteln der Wasserwirtschaft allein lösen.
Wir brauchen ein Miteinander von Staat und Kommunen, Behörden und Bürgern. Wir brauchen nicht nur eine von wer weiß wie vielen Verlängerungen, sondern einen Aufbruch.
Wir haben es in den 70er- und 80er-Jahren geschafft, durch einen großen Aufbruch die stoffliche Belastung der Gewässer zu mindern, vor allem durch den Bau und Ausbau von Kläranlagen. Jetzt müssen wir aufbrechen, die Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu bringen.
Zuletzt noch ein Appell: Es wird, realistisch gesehen, noch einige Zeit dauern, bis alles getan ist, das zu tun ist.
Das Nicht-Erreichen der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie reiht sich ein in andere Bereiche des Staatsversagens, besonders in der Natur- und Umweltpolitik. Aber wir haben jetzt dramatische Veränderungen im Lebensraum- und Artenbestand. Wir haben nicht viel Zeit.
Für die Zeit, in der man wieder auf Ankündigungen von Umweltpolitikern vertrauen kann, müssen wir jetzt Refugien bewahren und schaffen, in denen natürliche Artenvielfalt überleben kann. Wir müssen jetzt besonders auf Refugialbiotope achten.
Der Rückbau von Querbauwerken, wie er durch die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur vorangebracht werden soll, bietet hier gute Chancen. Wir müssen sehen, dass wir Gewässerstrecken schaffen, die frei fließend sind.
Ein wichtiges Refugium für die Fische des Regens und der Donau liegt beim Wehr Pielmühle. Es ist nicht nachvollziehbar, warum ein Tochterunternehmen des Freistaats Bayern ausgerechnet hier ein Wasserkraftwerk plant.
Wenn wir auf solche Refugialbiotope besonders achten, ist das Realismus mit Blick auf die großen anstehenden Aufgaben. Da klingt Frust an. Aber der Frust darf uns nicht lähmen. Er darf uns nicht aufhalten, in einem neuen Aufbruch den guten ökologischen Zustand aller Gewässer zu erreichen.
Kategorie: News
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Regionales Wasserforum Oberpfalz„Für lebenswerte Bäche, Flüsse und Seen“
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Treffen in Regensburg
Eine Vielzahl von aktuellen Problemen des Gewässerschutzes in der Oberpfalz stand beim Treffen der Donau-Naab-Regen-Allianz am 8. Oktober auf der Tagesordnung. Wie so oft reichte die Zeit nicht aus, alle anstehenden Aufgaben zu besprechen.
Breiten Raum nahm die Diskussion um die Donau ein. Die Bundeswasserstraßenverwaltung ist in der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet, die Donau in einen guten ökologischen Zustand zu bringen bzw. ein gutes ökologisches Potenzial herzustellen. Besonders sollen die Stauwehre für wandernde Fische passierbar („durchgängig“) gestaltet werden. Bislang ist hier kaum etwas geschehen. Die Donau-Naab-Regen-Allianz begrüßt und unterstützt, dass nun allmählich Planungen zur ökologischen Aufwertung der Donau erstellt werden, wenn auch bei der Durchgängigkeit der Staustufen noch auf lange Zeit kaum etwas geschehen wird. Wir fordern hier einen realistischen Zeitplan für eine zeitnahe Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben. Hier hoffen wir auf die Unterstützung durch Abgeordnete des Deutschen Bundestages.
Intensiv diskutiert wurde die Schädigung der Pfreimd durch gewaltige Mengen an Schlamm, die bei Arbeiten an der Kainzmühlsperre abgeschwemmt wurden. Die dadurch entstandenen Schäden müssen zügig gemindert werden und so weit dies nicht möglich ist, sind sie durch Verbesserungen der Gewässerökologie auszugleichen. Mit Betroffenen von der Pfreimd drängt die Donau-Naab-Regen-Allianz auf rasche Abhilfe.
Weitere Themen waren u. a. der Abbau des Wehrs der Wutzschleife an der Schwarzach (der hoffentlich bald geschieht), der Umbau des Wehrs an der Naab in Dachelhofen (der endlich durchgeführt werden sollte) und die Wasserstandsschwankungen an der Schwarzen Laber (die immer noch nicht abgestellt sind). Der Yachthafen am Oberen Wöhrd in Regensburg soll im Zuge von Hochwasserschutzmaßnahmen umgestaltet und öffentlich zugänglich gemacht werden – hier stocken allerdings die Planungen immer noch. Die Donau-Naab-Regen-Allianz arbeitet in einem Netzwerk der Regensburger Naturschutzverbände zur Bewahrung von Biodiversität mit und konnte Vorschläge und Forderungen zur Neufassung des Landschaftsplans der Stadt einbringen.
Zu den akuten Problemen der Resistenzentwicklung gehört die stoffliche Belastung des Wassers, wobei derzeit besonders die „Ewigkeits-Chemikalien“ PFAS Probleme bereiten, aber auch unzureichend ausgebaute Kläranlagen und viel zu häufige „Mischwassserentlastungen“.
Bei diesen Problemen gilt es immer wieder „dicke Bretter zu bohren“. Das gute Zusammenwirken der Naturschutzverbände in der Donau-Naab-Regen-Allianz hilft die Vielfalt des Lebens im Wasser und am Wasser zu erhalten. -

Umweltschaden Pfreimd
An der Pfreimd ist es im vergangenen Jahr zu einem gewaltigen Umweltschaden gekommen. Bei Arbeiten am Wehr Kainzmühlsperre waren sehr große Mengen an Schlamm abgeschwemmt worden. Über eine weite Strecke hinweg belastet seither eine mächtige Schicht von Schlamm Schlamm das Leben in diesem Fluss. Auch für Badende oder für weidendes Viehverursacht dies Gefahren. Naturschützer und Fischer, aber auch die Anwohner und die Eigentümer von Fischereirechten sind empört, weil der Verursacher (das Unternehmen Engie) bislang nichts unternommen hat, den Schlamm zu entfernen.
Am 17. Juli trafen sich Naturschützer und Fischer bei der Ödmühle an der Pfreimd. Bei einer Begehung und Besichtigung der aktuellen Situation kamen sie überein, eine Interessensgemeinschaft für die Pfreimd zu bilden. Die Donau-Naab-Regen-Allianz beteiligt sich an dieser Initiative,. Gemeinsam drängen wir darauf, diese Umweltschäden rasch zu mindern. Gewässerökologische Maßnahmen die Lebensbedingungen in der Pfreimd verbessern. Es muss sichergestellt werden, dass sich derartige massive Abschwemmungen von Schlamm nicht wiederholen – hier wie auch an anderen Stauwehren.

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Für die zügige ökologische Aufwertung der Donau
Gespräch mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Donau MDK in Regensburg
Die DoNaReA fordert eine zügige Verbesserung des ökologischen Zustands der Donau, wie sie in der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) geboten ist. Die Bundeswasserstraßenverwaltung (WSV) ist hier in der Pflicht.
Am 29. Januar trafen sich Vertreter der Donau-Naab-Regen-Allianz DoNaReA mit Mitarbeitern des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Donau MDK in Regensburg zu einem Gespräch. Zuständige Mitarbeiter der WSV informierten über die verschiedenen Zuständigkeiten einzelner Behörden und über die aktuellen Planungen. Es wurde erörtert, welche Möglichkeiten und Hemmnisse hier bestehen. Die in der DoNaReA vernetzten Verbände unterstützen es, dass derzeit die Kapazitäten für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinien aufgebaut werden. Es braucht aus der Sicht der DoNaReA jetzt einen realistischen Zeitplan und entschlossenes Vorgehen zur zeitnahen Realisierung der Planungen. Die Kommunikation zwischen der WSV und den Verbänden ist der Sache förderlich. Als Ergebnis des konstruktiven Gesprächs wurde festgehalten, dass künftig regelmäßig Fortschritte bei der ökologischen Aufwertung der Donau besprochen werden sollen.
Mitarbeiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Donau MDK und der Donau-Naab-Regen-Allianz.
Von links nach rechts: Jan Stubbe (WSA), Peter Hirmer (BN AK Wasser), Robert Bäumler (DoNaReA), Dr. Christian Stierstorfer (DoNaReA), Marko Ruszczynski (WSA), Jürgen Lukassek (DoNaReA), Dr. Josef Paukner (DoNaReA), Karl-Wilhelm Sandersfeld (DoNaReA), Helmut Rubenbauer (WSA), Sabrina Saaristo (WSA), Robin Landeau (WSA).
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Im Gespräch mit Dr. Wagner MdB und Carsten Träger MdB
am Pfaffensteiner Wehr in Regensburg
Die Donau-Naab-Regen-Allianz DoNaReA drängt seit vielen Jahren darauf, dass an der Bundeswasserstraße Donau die ökologischen Verhältnisse verbessert werden, wie es die europäische Wasserrahmenrichtlinie vorsieht. Hier ist mittlerweile geklärt, dass dies Pflicht der Bundeswasserstraßenverwaltung (WSV) ist. Die Gelder und die Stellen hierfür sind bewilligt. Dennoch geht nichts recht voran. Zudem ist seit 2010 die WSV gesetzlich verpflichtet, die Stauwehre durchgängig zu gestalten. Auch hier geschieht kaum etwas. Die Donau-Naab-Regen-Allianz hat begonnen, sich hier an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags zu wenden. Auf Einladung von Dr. Carolin Wagner MdB konnte der DoNaReA-Sprecher Dr. Josef Paukner Frau Dr. Wagner und dem Umweltpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Carsten Träger die Anliegen der DoNaReA am Wehr Pfaffenstein vortragen.
Artikel in der MZ: https://www.mittelbayerische.de/lokales/stadt-regensburg/fokus-auf-lebensraum-wasser-17854195
Artikel in der RZ: https://www.idowa.de/regionen/woerth-und-regensburg/regensburg/zu-wenig-zu-langsam-waehrend-regensburg-ringt-sterben-fische-art-318371

Beim Wehr Pfaffenstein (von links nach rechts): Dr. Carolin Wagner MdB (SPD), Peter Hirmer (Sprecher des Landesarbeitskreises Wasser im Bund Naturschutz), Carsten Träger MdB (Umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion), Dr. Josef Paukner (Sprecher der Donau-Naab-Regen-Allianz). Foto: Astrid Gamez.
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Gespräche über aktuelle Fragen des Gewässerschutzes am Wasserwirtschaftsamt Weiden
Am 15. Januar 2025 traf sich die Donau-Naab-Regen-Allianz mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamts Weiden. Wie in vergangenen Jahren konnten in einem sehr offenen und konstruktiven Gespräch aktuelle Fragen des Gewässerschutzes und der Gewässerentwicklung erörtert werden. Zu den Themen gehörten grundsätzliche Fragen zum Landschaftswasserhaushalt und zur Herstellung eines guten ökologischen Zustands unserer Gewässer. Neue Entwicklungen im Hochwasserschutz wurden angesprochen und die im Klimawandel zunehmende Auseinandersetzung um die knapper werdende Ressource Wasser. Für die Donau-Naab-Regen-Allianz ist es ein großes Anliegen, dass Bäche und Flüsse frei fließen können. Wo immer es möglich ist, sollen Stauwehre abgebaut werden. Intensiv wurde über die Schädigung der Pfreimd durch die Stauraumspülung an der Kainzmühlsperre diskutiert. Hier besteht die Donau-Naab-Regen-Allianz darauf, dass die Schäden unverzüglich gemindert werden und ökologische Verbesserungen vorgenommen werden.
Schlammablagerungen aus dem Stauraum an der Kainzmühlsperre schädigen massiv das Leben in der Pfreimd. wie dieses bei Tanzmühle aufgenommene Foto verdeutlicht. Foto: Robert Bäumler.
